Follow China: Der geostrategische Ausbau der chinesischen Seidenstraßen kann von deutschen Unternehmen wirtschaftlich geschickt genutzt werden.

China ist in dem gesamten Großraum Asien ein geostrategisch und politisch geschickter Strippenzieher, was aus westlicher Sicht bislang völlig unterschätzt wird.

China sollte man nicht länger lediglich als wirtschaftliche Großmacht und als wichtigsten Exportpartner hinsichtlich eines bidirektionalen Güteraustauschs verstehen. China hat sich längst zu einem geostrategischen und politischen Drahtzieher im Großraum Asien entwickelt. Zusätzlich plant China seine globale Vormachtstellung sehr geschickt, indem es als Corporate Developer in dem Großraum Asien auftritt. Nicht zu unterschätzen ist auch die politische Einflussnahme Chinas in den zahlreichen politischen Konflikten im Großraum Asien, die Deutschland bisher vorrangig durch US-amerikanischen Brille aus betrachtet.

Das Blatt hat sich ökonomisch schon längst gewendet, und spätestens mit Ausbruch der Corona-Krise hat Deutschland seine Abhängigkeit in der medizinischen Grundversorgung zu spüren bekommen. Das ist aber nur ein Aspekt der Abhängigkeit; längst ist China in Dingen unseres täglichen Lebens zu einem der wichtigsten Versorger geworden, während Deutschland seine Handelsbilanzüberschüsse durch China mit hochwertigen Gütern erzielt, die China geschickt ausnutzt, um zuvorderst Know-How zu importieren.

Europa unterschätzt den politischen Einfluss Chinas auf regionale Konfliktlösungen

Aus deutscher und europäischer Sicht besteht wenig Vorstellung darüber, wie viele Länder und Volkswirtschaften dem großasiatischen Raum zugeschrieben werden müssen, für die China mit gezielten Investitionen in den massiven Auf- und Ausbau der nationalen Infrastruktur und der Energiegewinnung in Vorarbeit geht. China verfolgt dabei vorrangig zwei Ziele, zum einen seine langfristige Energieversorgung und zum anderen die geopolitische Einflussnahme für den gezielten Ausbau seiner Seidenstraßen. Die Bereitschaft der Anrainerländer, diese chinesische Vorhaben zu unterstützen, darf man nicht verharmlosen, weil diese ihrerseits maximalen Profit aus dieser Seidenstraßenarchitektur ziehen wollen, ganz abgesehen von der Tatsache, nationale Interessen in den jeweiligen Regionen politisch durchsetzen zu können. Dabei geht China als wichtigster Investor in elementaren infrastrukturellen Bereichen massiv in finanzielle Vorleistung und setzt gezielt damit auf eine hohe finanzielle Abhängigkeit. China betreibt mit ausgewählten Ländern eine geschickte Schuldenpolitik, wobei es im Nachgang eine problemlose Entschuldung ermöglicht um den Preis, dass der chinesischen Regierung in den hochverschuldeten Staaten ein enormer Einfluss eingeräumt werden soll.  

Quelle Wikipedia

Geopolitische Rivalitäten beschleunigen die innere Stärkung Asiens

Bei aller Skepsis gegenüber dieser geostrategischen, energiepolitischen und ökonomischen Politik stellt China eine willkommene Alternative zu den politischen und militärischen Abhängigkeiten von den USA und Russland dar. Auch wenn die strategisch und politisch wichtigen Nationen ihrerseits die Chance wittern, unter der chinesischen Schirmherrschaft massives Wachstum generieren zu können, wehren sie sich im gleichen Atemzug dagegen, sich in ein omnipotentes strategisches Korsett aus Peking zwängen zu lassen.

Chinas Projekte haben einen infrastrukturellen Wettlauf zwischen den großen Volkswirtschaften und weiteren Nationen angeregt, die Verbindungen innerhalb Asiens auszubauen, infrastrukturell problemlose Warenströme außerhalb Asiens zu etablieren. Gleichzeitig haben sich synergetische Effekte zwischen den einzelnen Staaten herausgebildet. Langfristig werden Wirtschaftskorridore unter China und Indien entstehen, die dafür sorgen werden, dass neue Güterströme aus weiteren asiatischen Nationen den Weg in den Westen finden.

China ist nicht Asien – Versteckte Wachstumsmotoren entdecken

Deutschland macht nicht Eindruck, den richtigen Blick für diese rasante Asiatisierung zu haben und scheint auch die Auswirkungen zu unterschätzen. Mit seinem bilateralen Focus auf China werden für Deutschland nicht die richtigen Akzente und rechtzeitige politische Signale für neue tiefgreifenden Handelsbeziehungen außerhalb von China gesetzt. Stattdessen wird in erster Linie auf China als zentrales handelspolitisches Zugpferd gesetzt, das Deutschland eine glänzende Außenhandelsbilanz beschert. Dabei werden zwei Tatsachen verkannt. Zum einen wird eine bedenkenlose Abhängigkeit zu China aufgebaut, die zuletzt durch die Unterzeichnung eines großzügigen Freihandelsabkommens mit China untermauert wurde und das fraglos für einzelne Branchen, insbesondere für Automobilwirtschaft noch bessere Absatzchancen ermöglichen soll. Mit Sicherheit geht auch hier China eigennützig vor, indem es nicht nur Versorgungsengpässe beseitigen möchte, sondern gezielt Know-How importieren möchte, das es wie in der Vergangenheit als Grundlage nutzen wird, seine technologische Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt kontinuierlich ausbauen zu können. Es ist unvernünftig, angesichts der gezielten chinesischen Autonomiebestrebungen eine – aus chinesischer Sicht befristete – Marktsicherung zugunsten einzelner deutscher Wirtschaftszweige um den Preis einer hohen Kompromissbereitschaft betreiben zu wollen. Deutschland verkennt dabei die gewaltigen Potentiale des gesamtasiatischen Raumes – wozu auch bedeutende Regionen Arabiens gehören, aber auch vernachlässigte Schattenmärkte – und vernachlässigt dort die Chance, sich als europäischer Pionier in der Gesamtentwicklung wirtschaftlich geschickt zu positionieren. 

Aus der Praxis für die Praxis:

China bleibt bis auf Weiteres der wichtigste und stabilste Handelspartner im asiatischen Raum, was durch das jüngste Freihandelsabkommen weiter untermauert wurde. Richtig ist, dass China für ausgewählte Branchen und Produkte ein wichtiger Abnehmer bleiben wird. Allerdings dürfen die Autonomiebestrebungen nicht unterschätzt werden, die zielstrebig mit dem gezielten Import von Know-How vorangetrieben wird. China versteht sich im Herzen als Handelsmacht und legt weniger Wert auf originären Erfindergeist. Insofern sind durchaus Überlegungen angebracht, in welchem Ausmaß Know-How beiläufig mit exportiert werden muss. 

Deutsche Unternehmen können aber sehr wohl von den extensiven geostrategischen Schachzügen entlang der chinesischen Seidenstraßen lernen. Es gibt durchaus Möglichkeiten, als deutsches Unternehmen im Windschatten Chinas Fahrt in neue geografische Märkte im gesamtasiatischen Raum aufzunehmen. Unsere persönliche Empfehlung ist, unabhängig von dem chinesischen Sog rechtzeitig die Initiative für eine prospektive Wachstumsstrategie in dem asiatischen Großraum unter Berücksichtigung der vielschichtigen politischen Verflechtungen auseinandersetzen.

Victoris Consulting beschäftigt sich seit Jahren mit alternativen Wachstumsstrategien in Asien und im pazifischen Raum. Gerne würden wir unsere Chancen-Risiko-Einschätzungen an interessierte Unternehmer und Unternehmerinnen weitergeben und in einem intensiven Gedankenaustausch die spezifischen Vor- und Nachteile für das einzelne Unternehmen diskutieren. Vereinbaren Sie hierzu gerne mit uns einen persönlichen Termin. 

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